Sonntag, 27. Januar 2008

Trip to New York City

Zu Beginn des Trips zwei Stunden warten, weil die franzoesische Version 21h versprach, da liest man ja nicht mehr weiter bis zum englischen 11 p.m. Ich finde die Tatsache, dass ich die einzige war, die um neun dort stand, spricht Baende ueber das wahre Sprachverhaeltnis in dieser Stadt. Da habe ich mich dann aber wieder sehr gefreut, dass die Bibliothek bis morgens um zwei offen hat. Als die beiden Busse um zwoelf gefuellt waren, inklusive der Irin und der Pariserin zu meiner Begleitung, und die versprochenen Sing-alongs gluecklicherweise ausfielen, schlief ich auch schon, nur um nach zwei Stunden von einer amerikanischen Grenzwaechterin wachgeschrien zu werden. Irgendwie hatte ich wohl noch schlechte Laune von meiner letzten amerikanischen Grenzbegegnung, und als wir mit unseren ausgefuellten Visaantraegen im Schalterraum rumstanden wollte ich staendig lautstark unfreundliche Bemerkungen zum Benehmen der Zollleute machen, wurde aber fortwaehrend von der Irin in meiner Wut gedaempft, welche den spaeten Zeitpunkt als Entschuldigung fuer deren Verhalten verantwortlich machte: "Maybe this woman has been taking care of her children all day, and now she's here to work a night shift, so they have enough to eat!" So macht das Sich-echauffieren einfach keinen Spass.
Mein Reiseerlebnis war mit einem gesunden Schlafbeduerfnis gesegnet, so wachte ich dann tatsaechlich erst des naechsten Morgens mit dem Schrei des Busfahrers auf, der uns auf die morgendliche Skyline Manhattans aufmerksam machte. Und die Sonne war auch da. Ich glaube das war der Zeitpunkt als sich dieses duemmlich verliebte Grinsen auf meinem Gesicht ausbreitete, um daraufhin nicht mehr zu verschwinden, bis es sich im Bus nachhause in ein betruebt sehnsuechtiges Laecheln verwandelte. Alle sagens, und vielleicht heisst es diesmal ja wirklich, dass es stimmt. Diese Stadt haut einen einfach um. Nein, eigentlich war es weniger ein Umhauen, es fuehlte sich mehr an, als ob ein Teil von mir eingesogen wuerde, vielleicht ist aber auch einfach die Gravitationskraft staerker als woanders. Ich hatte jedenfalls ein ueberwaeltigendes Gefuehl von ich-kann-hier-nicht-mehr-weg, welches sich im Nachhinein wie eine Abhaengigkeit anfuehlt. Ich finde man merkt, dass ich bloss nicht Liebe auf den ersten Blick sagen will, weil das zu trivial waere.
Es folgten die ueblichen Sightseeingaktivitaeten, Hoehepunkte wie bei Nacht vom Empire State Building runterschauen, MoMA, wo ich meine ID verlor, und stundenlang in Manhatten rumirren und alle paar Minuten, ah, ist das nicht...?? (Times Square, Rockefeller Center, Macy's etc.). Alles aber wird uebertroffen durch die Erfuellung eines ueber zehn Jahre alten Traums. Strawberry Fields besucht und Sein Haus betrachtet, inklusive fatalem Eingang. Gaensehaut und zum ersten Mal etwas Wut, irgendwie kam es mir ploetzlich real vor. Danach dieses Gefuehl der Leere, und die Frage ob man sich grosse Traeume wohl nicht doch besser fuer die Phantasie aufsparen sollte. Dann kam mir in den Sinn, dass ich ja Gotte werde diesen Sommer, also doch noch eine Lebensaufgabe.
Zudem wurde ausgegangen, eingekauft, viel gestaunt, und eine wichtige Grundsatzfrage diskutiert (Wieso wird irgendeinem Typen, der sich uns den ganzen Tag an die Fersen gehaftet hatte, eine Kopie unseres Hotelzimmerschluessels ausgehaendigt?). Die wichtigsten Lektionen: Metrofahren ist in jeder Stadt das gleiche, in NYC sind aber Taxis zu dritt billiger. Die Minderjaehrigen sind am Schluss diejenigen die besinnungslos im 21+ Klub am Boden liegen, und die man auch noch heim und in sein Zimmer mitnehmen muss. In einem ungeheizten Zimmer schlaeft man mit vier Decken trotzdem gut. Cousins findet man ueberall auf der Welt, auch wenn sie hier nichts als den Namen teilen und bei Weitem nicht so unterhaltsam sind wie die Echten. Und ab einem bestimmten Zeitpunkt braucht man Unterhaltung wieder mehr als Ablenkung, doch die Negativempfindungen bleiben vermutlich auf immer.
Die Mutter - 28. Jan, 11:51

Reisefieber

Natürlich weckt so ein Bericht die Reiselust in mir und dazu braucht es ja bekanntlich nicht viel... Also ich habe noch nicht mein ganzes Ferienbudget verplant, natürlich zeitlich meine ich. Ist das auch was für fast 50 Jährige? Hält man es auch länger als 3 Tage aus oder ist man dann nervlich so angeschlagen, dass eine weitere Woche nötig wären (z.B in Kanada) um wieder auf den Boden zu kommen? Im Augenblick erlebe ich hier so ziemlich das Gegenteil von NY ich bin nämlich in NG!! (Für nicht Eingeweihte: Nänikon-Greifensee)

Bettschla - 28. Jan, 22:15

Irgendwann...

...kommt der Zeitpunkt, an dem IRGENDEINE Stadt, die NICHT London ist, London als Lieblingsstadt ablöst, weshalb ich mir gar nicht erst die Mühe machen würde, nach London zu gehen, sondern direkt nach NY, denn MAN MUSS ES JA WISSEN, das es IRGENDWO (nun gut, ja, es ist SEHR oft NY) eine andere, noch bessere, viel grössere, noch populärere Stadt mit Metro gibt, deshalb bin ich jetzt furchtbar eifersüchtig, denn ich will auch nach NY!

Frau D. - 30. Jan, 05:16

und ich hatte mich schon gefragt ob ich wohl zu wenig leidenschaft in meine worte gelegt habe. doch nein, sie scheinen ihre wirkung getan zu haben.

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